EVA-Schaum ist ein geschlossenzelliger Schaumstoff aus Ethylen-Vinylacetat-Copolymer, der leicht, weich, elastisch und nahezu wasserdicht ist. Zu den wichtigsten Eigenschaften von EVA-Schaum gehören eine sehr gute Stoß- und Vibrationsdämpfung, ein gummiartiges Rückstellverhalten, eine geringe Wasseraufnahme, Flexibilität auch bei Kälte, gute Beständigkeit gegen Wasser, Salzwasser und viele verdünnte Säuren und Laugen sowie eine einfache Verarbeitung durch Schneiden, Fräsen, Kleben und Warmverformen. Typische Raumgewichte liegen bei etwa 30 bis über 200 kg/m³. Schwächen sind eine begrenzte Temperaturbeständigkeit, die Brennbarkeit ohne Flammschutzausrüstung und die eingeschränkte Recyclingfähigkeit vernetzter Qualitäten.
Dieser Ratgeber richtet sich an Einkäufer, Konstrukteure und Verpackungsentwickler, die einen Schaumstoff für Inlays, Dichtungen, Polster oder Formteile auswählen, sowie an Handwerker, Cosplayer und Bastler, die mit EVA-Platten arbeiten. Er erklärt, wie EVA-Schaum aufgebaut ist, welche Kennwerte wichtig sind, wie er sich im Vergleich zu PE- und PU-Schaum verhält und wofür er sich eignet.
Was ist EVA-Schaum und wie wird er hergestellt?
EVA steht für Ethylen-Vinylacetat, ein Copolymer aus Ethylen und Vinylacetat. Je höher der Anteil an Vinylacetat (VA), desto weicher, flexibler und gummiartiger wird das Material, während ein geringer VA-Anteil es dem Polyethylen ähnlicher macht. Für Schaumstoffe werden häufig Typen mit einem VA-Anteil im mittleren Bereich eingesetzt, die genauen Werte hängen jedoch vom Hersteller und der Rezeptur ab.
Bei der Herstellung wird das Polymer mit einem Treibmittel, einem Vernetzungsmittel und weiteren Additiven wie Farbpigmenten, Füllstoffen oder UV-Stabilisatoren gemischt. Anschließend wird die Masse erhitzt: Das Vernetzungsmittel verbindet die Polymerketten zu einem stabilen Netzwerk, und das Treibmittel bildet Gasbläschen, die das Material aufschäumen.
Gängige Herstellungsverfahren sind:
- Blockschaum im Pressverfahren – das Material schäumt in einer beheizten Presse zu Blöcken auf, die anschließend in Platten gespalten werden.
- Strahlenvernetzter Plattenschaum – die Vernetzung erfolgt durch Elektronenstrahlen, was sehr gleichmäßige, feine Zellen und glatte Oberflächen ermöglicht.
- Spritzgegossenes EVA – vor allem für Schuhsohlen, Badelatschen und Formteile, die direkt in ihrer Endform aufschäumen.
Das Ergebnis ist ein geschlossenzelliger Schaum: Die einzelnen Gasbläschen sind voneinander getrennt. Diese Struktur erklärt viele der typischen Eigenschaften, insbesondere die geringe Wasseraufnahme und das gute Dämpfungsverhalten.
Welche mechanischen Eigenschaften hat EVA-Schaum?
Die mechanischen Eigenschaften entscheiden darüber, ob EVA-Schaum für eine bestimmte Anwendung geeignet ist. Die wichtigsten Kennwerte sind Raumgewicht, Härte, Druckspannung, Rückstellverhalten und Reißfestigkeit.
Raumgewicht und Härte
Das Raumgewicht (Dichte) beschreibt, wie viel ein Kubikmeter Schaum wiegt. EVA-Schaum ist in einem breiten Spektrum erhältlich:
- leichte Qualitäten mit etwa 30–50 kg/m³ – sehr weich, für Polster und empfindliche Inlays,
- mittlere Qualitäten mit etwa 50–100 kg/m³ – Allround-Bereich für Verpackungen, Matten und Bastelplatten,
- schwere Qualitäten ab etwa 100 bis über 200 kg/m³ – fest, formstabil und abriebfest, etwa für Schuhsohlen, Dichtungen oder Bodenschutz.
Die Härte wird bei EVA meist in Shore A oder Shore C angegeben. Weiche Schäume für Polster liegen oft bei niedrigen Shore-Werten, Sohlenmaterialien deutlich höher. Raumgewicht und Härte hängen zusammen, sind aber nicht identisch: Je nach Rezeptur kann ein Schaum bei gleichem Raumgewicht weicher oder härter sein. Bei der Bestellung lohnt es sich daher, beide Werte im technischen Datenblatt zu prüfen.
Dämpfung und Rückstellverhalten
EVA-Schaum nimmt Stöße und Vibrationen gut auf und kehrt nach der Belastung weitgehend in seine ursprüngliche Form zurück. Das Rückstellverhalten ist gummiartiger als bei Polyethylen-Schaum, weshalb EVA in Laufschuhen, Sportmatten und Gelenkschonern so verbreitet ist.
Für Dauerbelastungen ist der Druckverformungsrest wichtig. Er gibt an, wie stark ein Schaum nach längerer Kompression bleibend zusammengedrückt bleibt. Vernetzte EVA-Qualitäten erreichen hier gute Werte, die jedoch stark von Dichte, Temperatur und Belastungsdauer abhängen. Bei Inlays, in denen ein schweres Gerät monatelang auf derselben Stelle liegt, sollte der Druckverformungsrest im Datenblatt geprüft werden.
Reißfestigkeit und Abrieb
EVA-Schaum ist im Verhältnis zu seinem Gewicht relativ reiß- und abriebfest. Dichtere Qualitäten halten Fußverkehr auf Matten oder den Abrieb an Schuhsohlen aus. Sehr weiche Schäume können dagegen an scharfen Kanten einreißen, was bei Verpackungsinlays mit Metallteilen zu beachten ist.
Ist EVA-Schaum wasserdicht und chemisch beständig?
Dank der geschlossenen Zellen nimmt EVA-Schaum kaum Wasser auf. Die Wasseraufnahme liegt bei typischen Qualitäten im Bereich von wenigen Prozent oder darunter, genaue Werte nennt das jeweilige Datenblatt. Deshalb wird EVA für Schwimmhilfen, Bootsmatten, Badelatschen und Dichtungen eingesetzt.
Die chemische Beständigkeit von EVA-Schaum ist für viele Alltagsanwendungen gut:
- beständig gegen Wasser, Salzwasser, viele verdünnte Säuren und Laugen sowie haushaltsübliche Reinigungsmittel,
- bedingt beständig gegen Alkohole und manche Öle, abhängig von Konzentration und Einwirkzeit,
- wenig beständig gegen aromatische und chlorierte Lösungsmittel sowie Kraftstoffe, die das Material quellen oder angreifen können.
Für den Einsatz mit Ölen, Kraftstoffen oder aggressiven Chemikalien sind oft andere Werkstoffe wie NBR- oder CR-Schaumgummi besser geeignet. Im Zweifel sollte die Beständigkeit mit einer Probe unter realen Bedingungen getestet werden.
Elektrische Eigenschaften
Standard-EVA-Schaum ist ein elektrischer Isolator. Das ist für viele Anwendungen ein Vorteil, kann aber bei der Verpackung elektronischer Bauteile problematisch sein, weil sich die Oberfläche durch Reibung elektrostatisch aufladen kann. Für ESD-empfindliche Elektronik gibt es daher antistatische, ableitfähige oder leitfähige Varianten mit definiertem Oberflächenwiderstand, die meist an ihrer Farbe erkennbar sind, deren Eigenschaften aber immer anhand des Datenblatts geprüft werden sollten.
Hygiene und Gesundheit
EVA-Schaum ist geruchsarm, enthält in der Regel keine Weichmacher und wird häufig als PVC-frei beworben. Viele Spielzeugmatten und Kinderprodukte aus EVA werden nach der europäischen Spielzeugnorm EN 71 geprüft. Ob ein konkretes Produkt geprüft ist und welche Stoffe es enthält, sollte jedoch immer anhand der Herstellerangaben und Prüfzertifikate kontrolliert werden, denn Qualität und Rezepturen unterscheiden sich stark zwischen Anbietern.
Die geschlossene Oberfläche lässt sich gut abwischen und desinfizieren, was EVA für Fitnessstudios, Physiotherapie und Kitas interessant macht.
Wie verhält sich EVA-Schaum bei Hitze, Kälte und UV-Licht?
Die Temperaturbeständigkeit gehört zu den Eigenschaften, bei denen EVA-Schaum Grenzen hat.
Kälte: EVA bleibt auch bei Minusgraden flexibel und versprödet nicht so schnell wie viele andere Kunststoffe. Hersteller geben häufig Einsatztemperaturen bis in den zweistelligen Minusbereich an, die genauen Werte variieren je nach Qualität.
Wärme: Die Dauergebrauchstemperatur liegt typischerweise etwa im Bereich von 50 bis 70 °C. Darüber wird das Material weicher, kann sich verformen und dauerhaft schrumpfen. Ein EVA-Inlay im Kofferraum eines Autos, das im Sommer in der Sonne steht, kann daher an seine Grenzen kommen.
Thermoformbarkeit: Genau diese Wärmeempfindlichkeit macht EVA beliebt im Modell- und Kostümbau. Bei etwa 120–150 °C, zum Beispiel mit einer Heißluftpistole, lassen sich Platten biegen und in Form bringen, die sie nach dem Abkühlen behalten. Die passende Temperatur hängt von Stärke und Qualität ab, deshalb sollte man an Reststücken testen.
UV-Licht: Ohne UV-Stabilisatoren vergilbt EVA im Außenbereich und kann mit der Zeit spröde werden und an Elastizität verlieren. Für dauerhafte Außenanwendungen sollte eine UV-stabilisierte Qualität gewählt werden.
Brandverhalten
Standard-EVA-Schaum ist brennbar und tropft beim Brennen. Für Anwendungen mit Brandschutzanforderungen, etwa in Fahrzeugen, Gebäuden oder Messeständen, gibt es flammgeschützte Qualitäten, die bestimmte Prüfungen bestehen. Welche Norm erfüllt sein muss, hängt vom Einsatzbereich ab und sollte vor der Bestellung geklärt werden.
EVA-Schaum im Vergleich zu PE- und PU-Schaum
In der Praxis wird EVA-Schaum am häufigsten mit Polyethylen-Schaum (PE) und Polyurethan-Schaum (PU) verglichen. Die folgende Tabelle zeigt die typischen Unterschiede in vereinfachter Form:
| Eigenschaft | EVA-Schaum | PE-Schaum | PU-Schaum (Weichschaum) |
|---|---|---|---|
| Zellstruktur | geschlossenzellig | geschlossenzellig | meist offenzellig |
| Haptik | weich, gummiartig | fester, „plastikartiger“ | sehr weich, textilartig |
| Rückstellverhalten | sehr gut | gut | gut bis sehr gut |
| Wasseraufnahme | sehr gering | sehr gering | hoch |
| Dämpfung bei Stößen | sehr gut | gut | gut bei leichten Lasten |
| Formstabilität bei Wärme | begrenzt | etwas besser | je nach Typ |
| Preis | mittel | günstig | günstig bis mittel |
| Typische Anwendung | Matten, Sohlen, Premium-Inlays | Verpackung, Isolierung | Polster, Schaumstoffeinlagen |
Die Angaben sind Richtwerte, denn innerhalb jeder Materialgruppe gibt es zahlreiche Qualitäten.
EVA statt PE wird gewählt, wenn eine weichere, elastischere Haptik, eine hochwertigere Optik oder eine bessere Rückstellung gefragt ist, etwa bei Koffereinlagen für hochwertige Geräte. PE ist meist günstiger und für einfache Schutzverpackungen ausreichend. PU-Schaum bietet sehr weiche Polsterung, nimmt aber Feuchtigkeit auf und ist weniger formstabil bei präzisen Ausschnitten.
Wie lässt sich EVA-Schaum verarbeiten?
Ein großer Vorteil von EVA-Schaum ist seine einfache Verarbeitung, sowohl industriell als auch in der Werkstatt.
Schneiden und Konturieren:
- Stanzen – wirtschaftlich für große Stückzahlen von Dichtungen, Pads und Zuschnitten,
- CNC-Fräsen – ideal für Inlays mit Taschen in verschiedenen Tiefen,
- Wasserstrahlschneiden – präzise Konturen ohne Hitzeeinwirkung,
- Oszillationsmesser (Digitalcutter) – flexibel für Prototypen und Kleinserien,
- Cutter oder Bastelmesser – für Hobby und Modellbau; eine scharfe Klinge ist entscheidend für saubere Kanten.
Beim Laserschneiden entstehen Dämpfe, die gut abgesaugt werden müssen, und die Schnittkanten können verschmelzen. Ob ein Material lasergeeignet ist, sollte vorher mit dem Hersteller oder an einer Probe geklärt werden.
Kleben und Kaschieren: EVA lässt sich mit Kontaktklebern, Sprühklebern oder Schmelzklebstoffen verbinden. Bei mehreren Lagen unterschiedlicher Farbe entstehen kontrastreiche Inlays, in denen ein fehlendes Werkzeug sofort sichtbar ist, eine bewährte Methode im Shadow-Board-Prinzip der Lean-Produktion. Viele Platten sind auch mit selbstklebender Rückseite erhältlich.
Oberflächen: EVA kann mit Struktur, etwa Waben- oder Lederoptik, geprägt, bedruckt oder mit Textil kaschiert werden. Für Kostüme und Requisiten wird die Oberfläche oft zunächst mit Heißluft versiegelt und dann mit flexiblen Grundierungen und Farben bemalt.
Typische Fehler bei der Verarbeitung
- stumpfe Klingen, die die Kanten ausfransen lassen,
- zu hohe Hitze beim Thermoformen, die die Oberfläche blasig macht oder das Material schrumpfen lässt,
- ungeeignete Kleber mit Lösungsmitteln, die den Schaum angreifen,
- falsche Dichte für die Anwendung, etwa zu weicher Schaum für schwere Bauteile, der mit der Zeit nachgibt,
- fehlende Toleranzen bei Inlays, sodass Geräte zu stramm sitzen oder zu viel Spiel haben.
Wofür wird EVA-Schaum verwendet?
Die Kombination aus Elastizität, Leichtigkeit und Wasserbeständigkeit macht EVA-Schaum zu einem der vielseitigsten Schaumstoffe.
Schuhe und Sport:
- Zwischensohlen von Lauf- und Sportschuhen, Badelatschen und Clogs,
- Sportmatten, Yoga- und Gymnastikmatten,
- Protektoren, Schienbein- und Gelenkschoner,
- Griffe für Fahrradlenker, Angelruten und Werkzeuge.
Verpackung und Transport:
- Inlays für Koffer und Transportkisten, etwa für Messgeräte, Kameras, Drohnen oder medizinische Geräte,
- Werkzeugeinlagen für Schubladen in Werkstätten,
- Polster für empfindliche Bauteile und Elektronik, wobei für ESD-empfindliche Komponenten spezielle antistatische Qualitäten gewählt werden sollten.
Bau, Industrie und Fahrzeugbau:
- Dichtungen und Dichtbänder,
- Schwingungsdämpfer und Unterlegplatten,
- Kantenschutz und Anschlagpuffer.
Kinder, Freizeit und Hobby:
- Puzzlematten und Spielmatten,
- Schwimmhilfen und Poolspielzeug,
- Moosgummi zum Basteln,
- Cosplay-Rüstungen, Requisiten und Modellbau.
Medizin und Orthopädie:
- Einlagen und Polsterungen in orthopädischen Hilfsmitteln,
- Lagerungshilfen und Polster in der Physiotherapie.
Nachhaltigkeit und Recycling
Vernetzter EVA-Schaum lässt sich nicht einfach wieder einschmelzen wie ein normaler Thermoplast, was das Recycling erschwert. Produktionsabfälle werden teilweise zerkleinert und zu Recyclingplatten oder Füllmaterial verarbeitet. Einige Hersteller bieten EVA mit Anteilen aus biobasierten Rohstoffen oder Rezyklaten an. Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, sollte nach solchen Varianten, Rücknahmesystemen und einer langen Nutzungsdauer des Produkts fragen, denn ein langlebiges Inlay ist oft ökologischer als häufiger Ersatz.
Worauf achten beim Kauf von EVA-Schaum?
- Einsatzzweck definieren – Dämpfung, Abdichtung, Optik oder Formstabilität?
- Raumgewicht und Härte wählen – leichte Qualitäten für empfindliche Teile, dichte für schwere Lasten und Abrieb.
- Temperaturbereich prüfen – besonders bei Fahrzeugen, Außenanwendungen und Lagerung in der Sonne.
- Zusatzanforderungen klären – UV-Stabilisierung, Flammschutz, antistatische Ausrüstung, Lebensmittel- oder Spielzeugtauglichkeit.
- Datenblatt anfordern – mit Angaben zu Dichte, Härte, Druckverformungsrest, Wasseraufnahme und Temperaturbereich.
- Muster testen – mit dem realen Bauteil, Werkzeug oder Gerät, bevor eine größere Menge bestellt wird.
Die wichtigsten Eigenschaften von EVA-Schaum lassen sich so auf den Punkt bringen: Er ist leicht, elastisch, geschlossenzellig und wasserabweis
Właściciel firmy
Marcjan Waselina jest właścicielem Cosplay Craft, sklepu z materiałami do tworzenia kostiumów i rekwizytów. Prowadził warsztaty dotyczące pianki EVA i Worbli na Pyrkonie w 2023 roku oraz Fantasmagorii w 2024 roku.
- E-mail: kontakt@cosplaycraft.pl
- Telefon: +48 574 387 508






Bei Werkzeugkoffern würde ich eher auf die Druckfestigkeit und Formstabilität achten als auf eine besonders weiche Oberfläche.
Interessant, dass Raumgewicht und Härte nicht automatisch dasselbe bedeuten. Bei der Auswahl von EVA-Schaum sollte man sich wohl nicht allein auf die Dichte verlassen, sondern beide Angaben im technischen Datenblatt vergleichen.
Für einfache Versandverpackungen halte ich EVA nicht grundsätzlich für die beste Lösung. Wenn PE-Schaum ausreichend schützt und günstiger ist, sehe ich keinen Grund, unbedingt das teurere Material einzusetzen. Anders sieht es natürlich bei hochwertigen Koffereinlagen aus, bei denen auch die Optik und das Rückstellverhalten eine Rolle spielen. Da kann sich der Aufpreis durchaus lohnen.
Die geringe Wasseraufnahme macht EVA für Bootsmatten und andere Anwendungen in feuchter Umgebung ziemlich interessant.
Bei Verpackungen für empfindliche Elektronik wäre ich vorsichtig mit gewöhnlichem EVA-Schaum. Dass das Material elektrisch isoliert, bedeutet noch lange nicht, dass es vor elektrostatischen Entladungen schützt. Hier würde ich ausschließlich entsprechend geprüfte ESD-Varianten verwenden und mir die Werte zum Oberflächenwiderstand bestätigen lassen.
Für den Kostümbau ist die Möglichkeit der thermischen Verformung ein klarer Vorteil. Allerdings würde ich bei unterschiedlichen Plattenstärken zunächst mit Reststücken experimentieren. Zu viel Hitze kann schließlich dazu führen, dass sich die Oberfläche verändert oder das Material schrumpft.
Mir fehlen etwas konkretere Angaben zur langfristigen Beständigkeit im Außenbereich. UV-Stabilisierung wird zwar erwähnt, aber wie stark unterscheiden sich behandelte und unbehandelte Varianten nach längerer Sonneneinstrahlung? Gerade bei dauerhaft montierten Polstern oder Dichtungen wäre das für mich ein wesentliches Auswahlkriterium.
Die eingeschränkte Recyclingfähigkeit von vernetztem EVA sollte man nicht unterschätzen. Wenn ein Produkt ohnehin nur kurz genutzt wird, würde ich nach leichter recycelbaren Alternativen suchen. Bei langlebigen Schutzeinlagen kann die Haltbarkeit dagegen durchaus für EVA sprechen.
Vor einer größeren Bestellung würde ich auf jeden Fall Materialmuster anfordern und mit dem tatsächlichen Bauteil testen. Besonders bei präzise gefrästen Einlagen kommt es darauf an, dass die Aussparungen weder zu eng noch zu weit sind. Auch das Verhalten bei längerer Belastung lässt sich aus der reinen Materialbeschreibung nur begrenzt beurteilen.